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1863 – 2013: Schulgebäude in Bookhof wird 150 Jahre alt

August 2013

Am 24. Juni dieses Jahres wurde nach 24 Dienstjahren an der Bookhofer Schule deren Leiter Hans Bomba in einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig begeht die Schule Bookhof in diesem Jahr ein bemerkenswertes Jubiläum: Vor genau 150 Jahren – im Jahre 1863 – wurde das heute noch intakte, alte Schulgebäude errichtet.

Der Herzlaker Knirps nimmt diese beiden Ereignisse zum Anlass, aus der Geschichte der gemeinsamen Schule der ehemaligen, bis 1974 selbstständigen Gemeinden Bookhof, Neuenlande und Felsen zu berichten.

Im Folgenden geben wir deshalb auszugsweise einen Beitrag des ehemaligen Schulleiters Theo Polle (Schulleiter 1968 bis 1989) wieder, der anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Schulgebäudes im Mitteilungsblatt Nr. 2 /1988 des Heimatvereins Herzlake – Dohren „Land & Lüe“ erschien.

Das alte Schulhaus, ein kleines Fachwerkhaus mit Strohdach und zwei kleinen Fenstern, war baufällig geworden.
Wenn einmal eine Wand herausgefallen war, krochen die Kinder durch diese Lücke in die Schule. Kreisphysikus Dr. Erwenbeck und der Herzlaker Arzt Dr. Niemann erklärten die Schule für zu klein, zu niedrig und die Bänke für zu schmal, zu eng. Nur ein Neubau könne für Besserung und Abhilfe sorgen.

Das war 1849 gewesen, doch erst 1861 planten die Gemeinden Bookhof, Felsen und Neuenlande den dringend erforderlichen Neubau. 1862 versprach das Königliche Ministerium eine Beihilfe von 300 Talern. 1863 erstand der Bau. Er sollte Platz bieten für 110 Schüler. Der Schulraum wurde deshalb 10,50m lang, 7m breit und 3,75m hoch.

Er erhielt acht große gegliederte Fenster. Zur Wegseite hin bekam das Schulhaus einen Glockenturm von 16,50m Höhe. Rechts und links im Glockenturm entstanden zwei Nebenräume für die Feuerung und Lehrmittel der Schule.

Wer heute Glockenturm und Schule betrachtet, wird sich freuen über die Harmonie der Bauteile. Auch die Spitzbögen
im Innern des Turmes zu den Nebenräumen hin zeugen von dem guten Sinn der Bauer für Proportionen.
Im Glockenturm hängt die Schulglocke, 30cm hoch, mit einem inneren Durchmesser von 36cm, gestimmt auf den Ton „d“.
Ihre Umschrift besagt: ME FECIT PIETER SEEST AMSTELODAM ANNO…(Mich hat Pieter Seest gemacht- Amstelodam
im Jahre…) Die Jahreszahl ist nicht zu lesen. Haben „Hollandgänger“ sie irgendwann einmal mitgebracht?

Wann die Glocke nach Bookhof gekommen ist wissen wir nicht.

Sie hing allerdings schon in dem Vorgänger- Schulhaus. Ein Pieter Seest, geboren 1716 in Holstein, leitete in Amsterdam an der Baangracht eine Glockengießerei für Schiffsglocken und kleinere Glocken. Von ihm sind heute noch zehn weitere Glocken bekannt, die er zwischen 1758 und 1776 gegossen hat. Das Alter der Glocke können wir damit in etwa festlegen.
Die Glocke hatte in der uhrenarmen Vergangenheit eine vielfältige Bedeutung für die Menschen in unseren Gemeinden.

Sie war nicht nur die Feuerglocke. Sie gliederte den Tag: Sie weckte zum Morgengebet, sie kündigte mit dem Angelus die Mittagsstunde an, sie rief mit dem Vesperläuten zum Feierabend. Sie kündete und kündet noch heute den Tod eines Mitbürgers an. Sie begleitete mit ihrem Geläut den Toten auf seinem Weg zum Friedhof. In der Vergangenheit waren ja die Toten im Sterbehaus aufgebahrt, und von dort gab man ihnen das letzte Geleit.

Auch heute erinnert das Läuten der Glocke am Tage der Beerdigung: Erweist den Toten die letzte Ehre! Wertvollste Kostbarkeit dieser Schule war und ist die Pieta, die bis vor wenigen Jahren in der Außennische der Schule stand. Wann und wie sie zu uns gekommen ist, wissen wir nicht. Diese Pieta gehört zu den ältesten Kunstschätzen des Emslandes. Die Kunsthistorikerin Frau Dr. Poppe zählt sie zu den westfälischen Vesperbildern aus Sandstein und datiert ihre Entstehung auf das Jahr 1430.

Wie sah es nun in der neuen Schulstube aus? Zwei Bankreihen mit mehrsitzigen Schulbänken boten Platz für die Schüler vom 1. bis zum 8. Schuljahr. Vor ihnen thronte auf dem erhöhten Katheder der Lehrer. An der Vorderwand stand eine Gestelltafel mit einem Treppchen, damit auch die Kleinen auf der Tafel schreiben konnten. Darüber hing eine Kruzifix, daneben ein Bild vom Kaiser zur Hebung vaterländischer Gesinnung. Es gab einige Karten: die Dohren-Felsener Mark, die Provinz Hannover, das Deutsche Reich, Palästina. Zeigestock, Lineal und Zirkel lagen griffbereit, und unter der Decke hing eine Petroleumlampe. Ein großer Ofen heizte den Raum. Neben ihm stand die Torfkiste, in die die Schüler am Morgen das mitgebrachte Torfstück warfen. Erst viel später legte der Schulvorstand fest, dass jeder Beerbte 300, jeder Eigener 200 und jeder Heuermann 100 Stück Torf für die Heizperiode an die Schule zu liefern haben.

Ein Lehrer unterrichtete die Kinder, und im Jahre 1908 saßen wirklich 108 Kinder in diesem einen Klassenraum. Erst 1923 kam eine zweite Lehrkraft nach Bookhof, und 1926/27 erhielte das Schulhaus ein zweites Klassenzimmer als Anbau.

Schulhaus Jubiläum in Bookhof 1988
1863 hatte der Schulzweckverband Bookhof- Felsen- Neuenlande ein neues Schulhaus erbaut. 1988- 125 Jahre
später ist dieses Gebäude noch immer Unterrichtsraum der Schule. Grund genug, dieses Jubiläum mit einem Schulfest zu feiern. Eine Arbeitsgruppe von Eltern und Lehrkräften bereitete das Fest vor. Am 12.6.88 war es soweit: ein strahlender Sonnentag nach langer Regenperiode! Für 11 Uhr hatte die Gemeinde zu einem Empfang aus Anlaß des Jubiläums in die Gaststätte Brüggen eingeladen. Bürgermeister Henkel, Karl Harenbrock als letzter Schulverbandsvorsteher, Schulamtsdirektor Göken und Hauptlehrer Polle würdigten dieses Ereignis jeweils aus ihrer Sicht.
Für 14 Uhr hatten Kinder, Eltern und Lehrkräfte zum Schulfest auf dem Schulhofe und in den Klassenzimmern eingeladen.
Die Feuerwehr regelte den Verkehr. Der Sportplatz war zum großen Parkplatz umfunktioniert worden. Durch den von den Nachbarn festlich gestalteten Empfangsbogen strömten Hunderte von Gästen, unter ihnen die ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer und die Entlaßklasse von 1948.“

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